Echter Alant - Iluna helenium L.
Der ursprünglich aus Asien stammende Alant gehörte früher in jeden Bauerngarten.
Weitgehend in Vergessenheit geraten, ist er heute jedoch nur noch in den Bauerngärten im Gebirge verbreitet. Dabei ist er eine vielseitige Heilpflanze.
In Thüringen wird er noch im großen Stil angebaut.
Volkstümlich wurde die Heilpflanze bei Erkrankungen im Bereich der Atemwege, des Magen-Darm-Traktes (z.B. bei Wurmbefall), sowie im Bereich der Niere und ableitenden Harnwege verwendet. Die Wirksamkeit ist jedoch nicht ausreichend belegt.
Vorkommen:
Beheimatet ist der Alant in Asien und Europa. Auch in China und den USA ist er mittlerweile verbreitet. Diese Heilkräuter sind an Bächen, in feuchten Gräben und Ufergebüsch zu entdecken. Günstige Wachstumsbedingungen findet der zuweilen auch als Zierpflanze angebaute Echte Alant auf ausreichend feuchten, tief gepflügten und gut bedüngten Böden in windgeschützter Lage. Vermehrung erfolgt durch Aussaat oder Wurzelteilung. Der geschlossene Bestand erschwert das Aufkommen von Unkraut.
Pflanzenfamilie:
Korbblütler = Asteraceae (Compositae)
Umgangssprachliche Namen:
Elecampane (engl.), Aletwürze, Altwurz, Brustalant, Darmwurz, Donavarwurzel, Edelherzwurzel, Edelwurz, Glockenwurz, Großer Heinrich, Helenenkraut, Krätzenwurz, Odinskopf, Schlangenwurz
Botanische Beschreibung der Heilpflanze :
Der Echte Alant gehört zu den ausdauernden Heilkräutern mit einem kräftigen, reich verzweigten, außen braunen, innen weißen, wohlriechenden Wurzelstock, aus dem im Frühjahr zunächst eine Rosette langer, eiförmiger bis elliptischer grundständiger Blätter und später ein stattlicher, aufrechter 50 bis zu 180 cm hoher Stängel hervorgehen. Die großen, derben Laubblätter sind fein gezähnt, schmal herzförmig und an der Unterseite filzig behaart. Die intensiv gelben Blüten bestehen aus sehr schmalen Zungen- und vielen kleinen Röhrenblüten. Die Blütenköpfchen sind groß und nektarreich, die Früchte von einem langen Haarkranz gekrönt.
angewandter Pflanzenteil:
Verwendet wird die Wurzel, Radix Inulae
Wirkstoff/Sammelzeit:
März bis Mitte April, September bis November
Geerntet werden die Wurzeln, mitunter auch die Blätter. Die Wurzeln von drei- oder vierjährigen Pflanzen werden im Herbst vorsichtig ausgegraben, wobei gleich einige Nebentriebe (Wurzelkeime) abgeschnitten und ausgepflanzt werden können. Bei der Blatternte kurz vor Beginn der Blüte, müssen der Heilpflanze genügend Blätter für ihre Weiterentwicklung belassen werden. Das Erntegut wird bei einer Lufttemperatur von ca. 35 Grad Celsius getrocknet. Alantdrogen sind vor Licht, Feuchtigkeit und Insekten in gut schließenden Gefäßen zu schützen, stark aromatisch, der Geschmack würzig- bitter.
Inhaltsstoffe:
Inulin (im Herbst in der Wurzel konzentriert), ätherisches Öl, Alantsäure, Kampfer, Harze, Fruktoside, Azulen, Pektin, Wachs, Helenin (bekannt als Alantkampfer).
Der Alantwurzelstock enthält Sesquiterpenlactone.
Medizinische Eigenschaften:
bei Beschwerden und Erkrankungen der Atemwege, zum Abhusten, Appetitlosigkeit, Asthma, Chronische Bronchitis, Verdauungsbeschwerden, bei Beschwerden in den Wechseljahren, Stoffwechselstörungen.
Harntreibend, menstruationsregelnd, leberanregend, wurmtreibend,
in höheren Dosen als Brechmittel.
Herstellung von Diabetikernährmitteln (Inulin ist Zuckerersatz)
Anwendung und Dosierung:
Als mildes Expektorans (Auswurf fördernd) mit geringer spasmolytischer (hustenkrampflösender) Wirkung. Wegen des Gehaltes an Bitterstoffen ist der Alant besonders für chronische, den Patienten ermattende Zustände geeignet.
Obwohl eine äußerliche Anwendung zu Hautausschlägen (Kontaktekzem) führen kann, werden noch Zubereitungen aus der Alantwurzel in kosmetischen Präparaten eingesetzt.
2 EL Alantwurzel mit ½ Liter kochendem Wasser übergießen und 5 bis 10 min ziehen lassen, danach abseihen und täglich mehrere Tassen trinken.
Bei Bronchitis 3- 4 mal täglich 2 TL (1 TL Droge pro Tasse Wasser)
Besondere Hinweise:
Die Pflanze kann stark allergen wirken und schwere Hautausschläge (Kontaktdermatitis) verursachen. Die Sesquiterpenlactone des Alantwurzelstocks können Allergien auslösen. Diese Allergien bestehen oft dann auch gegenüber anderen Korbblütengewächsen, wie z.B. Kamille, Ringelblume und Arnika. Bei bekannter Allergie sollte die Anwendung gemieden werden!
Die Einnahme größerer Mengen von Alantwurzelstock kann zu Erbrechen, Duchfall, Krämpfen und Lähmungserscheinungen führen!
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