Große Klette - Arctium Lappa L.
Geschichte:
Die Alten nannten die Große Klette die Freundin der Haut wegen Ihrer hervorragenden Wirkungen bei allen möglichen Störungen und Erkrankungen der Haut. Die Anwendungen in der Volksmedizin sind sehr vielfältig.
Der griechische Arzt Pedanios Dioskurides (1.Jh.) beschreibt die Anwendung der Klette zur Wundbehandlung, bei Lungengeschwüren und bei Gliederschmerzen, die von Verstauchungen herrühren. In mittelalterlichen Kräuterbüchern wird sie als harntreibendes (diaphoretisches) und Auswurf förderndes Mittel erwähnt. Heinrich III. sei durch sie von der Syphilis geheilt worden. Im 17.Jh. wird von Thomas Pancovius erstmals ihre haarwuchsfördernde Wirkung beschrieben. Shakespeare erwähnt die Pflanze in „Wie es euch gefällt“, „König Lear“ und „Troilus und Cressida“. Die Blätter der Großen Klette galten als keimtötend. So empfiehlt der Apotheker Nicholas Culpeter - ebenfalls im 17.Jh. - sie zur Kühlung und Trocknung bei Verletzungen, sowie für Umschläge bei Tollwutbissen. Pfarrer Kneipp (19. Jh.) empfiehlt einen Tee aus den Blättern gegen Magenbeschwerden und bei schlechter Verdauung.
Pflanzenfamilie: Asteraceae (Korbblütler)
Vorkommen:
Die Grüße Klette ist eine anspruchslose, häufig vorkommende Pflanze, die auf kalkigen, kargen Boden wächst, in felsigen, unbestellten Gelände, an den Wegesrändern und auf Schutthalden. Von der Ebene bis in 1800m Höhe, in Europa, nördliches Kleinasien und Nordamerika.
Botanische Beschreibung:
Zweijährige Pflanze mit einem auffallend kräftigem Stengel. Die Blüten entwickeln sich erst im 2. Jahr. Sie sitzen in den für die Korbblüter typischen Blütenköpfchen. Die purpurfarbenen Blüten bilden kleine Kugeln, die mit Haken besetzt sind, so dass sie in der Kleidung und am Fell von Tieren hängen bleiben, was der Verbreitung dient. Die Blätter sind auffallend groß, herzförmig, oben grün und unten weißgrau filzig.
Wirkstoff/Droge/Sammelzeit:
Die Klettenwurzel wird auch zur Erzeugung von Inulin verwendet, das seinerseits zur Erzeugung von Fruktose dient. Medizinisch verwendet werden die Wurzeln, die im Herbst des ersten oder im Frühjahr des zweiten Jahres geerntet werden, sowie die Blätter und die reifen Samen, aus denen ein heilkundliches Öl gewonnen wird.
Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl, Gerbstoffe, Glycoside, Tanninsäure, Inulin, Gummi, Schleimstoff, Kalzium, Kalium, Magnesium Harz, antibiotische Wirkstoffe
Medizinische Eigenschaften:
schweiß- und harntreibend, Blutzucker senkend, entzündungshemmend, die Gallensekretion fördernd, wirkt zusammenziehend (adstringierend), hautreinigend, fördert die Wundheilung.
Anwendungsgebiete:
Die Große Klette wird innerlich und äußerlich angewendet
Die Wurzel bei allen Arten von Hautkrankheiten: Akne, Geschwüre, schuppige und eitrige Hauterkrankungen, Röteln, Schuppen, fettigem Haar, bei Syphilis, zur Blutreinigung, bei Gicht, Nierensteinen, Magengeschwüren
Anwendung:
Die frischen Blätter zerreiben und auflegen: bei Wunden, Akne, Geschwüre, (auch der Mundschleimhaut)
Abkochung der Wurzel: 60g der trockenen oder frischen Wurzel in 2l kaltem Wasser in einem nicht metallenen Topf ansetzen, zum Kochen bringen und ab dem Kochzeitpunkt für 20 Min köcheln lassen (+ Deckel). Filtrieren. Ein Teil in Thermoskanne aufbewahren, den anderen im Kühlschrank für den folgenden Tag. 3-4 kleine Tassen (ca. 80ml) am Tag trinken.
Für die äußerliche Anwendung: mit der o. g. Zubereitung ein Stofftuch (Leinen od. Baumwolle) benetzen und auf die betroffenen Hautstellen legen.
Für die innerliche Anwendungen gibt es im Handel auch wässrig-alkoholische Extrakte: 30-90 Tropfen in etwas Wasser über den Tag verteilt.
Die o. g. Dosierungen gelten für den Mann. Für Frauen gilt jeweils 2/3, für Kinder und Jugendliche 1/3 der Dosierung.
Die Angaben und Rezepte stammen überwiegend aus dem "Kleinen Heilpflanzenbuch", dem 44. Heft aus der Archeosophischen Schriftenreihe von Tommaso Palamidessi




