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Mariendistel – Silybum Marianum (L.) Gaertn.

Geschichte:

Seit alten Zeiten ist die Mariendistel auch als nützliche Heil – und Nahrungspflanze bekannt. Nach der Sage hat sie ihren Namen erhalten, weil die auffälligen weißen Streifen auf den Blättern von der Milch der Muttergottes herrühren sollen, die sie verlor, als sie Jesus vor der Verfolgungen des Herodes retten wollte.

1964 schreibt Westmacott von der Mariendistel, dass sie ein Freund der Leber und des Blutes sei. Die Früchte gelten als wirksames Mittel bei Seitenstechen, Milz- und Leberleiden. Bestimmte Wirkstoffe scheinen eine günstige Wirkung bei Vergiftungen zu haben und die Leber zu schützen. Die Wirksamkeit der Mariendistelsamen bei Herz- und Kreislaufbeschwerden wurde in neuerer Zeit bestätigt. Die jungen Blätter ergeben einen Salat; als Gemüse zubereitet, wobei die Wurzeln und Köpfchen in Wasser gekocht werden, hat sie in manchen Ländern die Bezeichnung Wilde Artischocke erhalten.


Umgangssprachliche Namen:

Frauendistel, Magendistel, Marienkörner, Milchdistel, Stechkörner, Stichsamen, Stichsaat


Pflanzenfamilie:

Korbblütler (Asteraceae)


Botanische Beschreibung

Die bis 1,5 m hohe, schwach spinnwebigbehaarte Mariendistel zählt zur Familie der Korbblütler. Die Stengel sind aufrecht, gefurcht und verzweigt. Die auf der Oberseite stengelumfassenden, mit herzförmiger, stark dorniger Basis versehenen, unten mit verschmälertem Grund sitzenden Laubblätter, sind glänzendgrün, an den Nerven weißlich gefleckt und marmoriert, länglich-elliptisch und buchtig gelappt mit großen eckigen, dornigen Lappen. Die 4 bis 5 cm breiten Blüten stehen einzeln am Ende der im oberen Teil blattlosen Äste. Die grünen Hüllschuppen sind aus breitem Grund lang zugespitzt und haben eine stechende, zurückgekrümmte Spitze. Die purpurfarbenen Blüten sind länger als die Hülle. Die bis 7 mm langen, glatten Früchte besitzen einen weiß glänzenden Pappus.


Vorkommen

Südeuropa, Nordafrika, eingebürgert in Nord- und Südamerika.

Die Mariendistel ist in Mitteleuropa nur gelegentlich anzutreffen und dann nur verwildert. Ihre Heimat ist das Mittelmeergebiet und der Orient. In Mitteleuropa nur selten verwildert und in Gärten kultiviert; bis etwa 700m.


Blütezeit:

Juni bis September


Wirkstoff/Droge:

Blätter, Samen, Die Wirkstoffe sollen nur in der Eiweißschicht unter der Schale, nicht aber im Inneren des Samens, vorkommen, weswegen der Samen mit der Schale zu verwenden ist.


Sammelzeit:

Juni bis August


Inhaltsstoffe:

Ätherisches Öl, Bitterstoff Tyramin, Histamin. Die Droge enthält Flavanonderivate wie Silybin, Silydianin und Silychristin.


Wirkung:

Silymarin wirkt antagonistisch gegenüber zahlreichen leberschädigenden Giften. Die therapeutische Wirksamkeit von Silymarin beruht auf zwei Wirkungsmechanismen: zum einen verhindert Silymarin, dass Lebergifte in das Zellinnere eindringen können. Zum anderen stimuliert

Silymarin die die Regenerationsfähigkeit der Leber.


Anwendungsgebiete:

(toxische) Leberschäden, Fettleber; zur unterstützenden Behandlung bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen und Leberzirrhose, Dyspeptische (Verdauungs-) Beschwerden, begleitend bei Gallensteinen, Unterschenkelgeschwüren, Krampfadern


Dosierung:

mittlere Tagesdosis: 12-15 g Droge; die Zubereitung eines Tees ist nur bei Verdauungsbeschwerden ratsam, da sich lediglich 25% der leberwirksamen Substanzen im Wasser lösen; besser: täglich 2-3 Teelöffel der Mariendistelsamen kauen.


Nebenwirkung:

Vereinzelt wirkt die Droge leicht laxierend (abführend). Sonst treten bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keine Nebenwirkungen auf.