Pfefferminze – Mentha Piperita L.
Die Echte Pfefferminze ist eine Kreuzung zwischen der Wasser- (M. aquatika L.) und der Grünen Minze (M. spicata L). Schon im alten Ägypten war diese große Heilpflanze bekannt und wurde kultiviert. In ägyptischen Gräbern aus der Zeit von 1200 bis 600 v. Chr. hat man Blumengebinde mit Blättern der Pfefferminze gefunden. In Deutschland haben Lonicerus, Bock und Matthiolus diese Pflanze als magenstärkend, verdauungsfördernd, wurmtreibend, gegen Erbrechen, Gelbsucht, Brustverhärtung beim Entwöhnen, Kopfschmerzen, Ohrensausen, zur Herzstärkung und Erleichterung der Geburt gerühmt.
Umgangssprachliche Namen:
Englische Minze, Katzenkraut, Mutterkraut, Prominze
Pflanzenfamilie:
Lippenblütler (Labiaceae)
Vorkommen:
ausschließlich aus Kulturen (gemäßigtes Klima), sehr selten an Bächen wildwachsend
Die Blüten der Echten Pfefferminze sind steril. Wie so oft bei Kreuzungen, pflanzt sie sich vegetativ, also mit unterirdischen Ausläufern fort. Am meisten wird sie in der Nähe von London angepflanzt. Wo Wasser – und Grüne Minze zusammen gedeihen, kommt es häufig vor, dass die beiden sich kreuzen und die Echte Pfeffermine verwildert auftaucht.
Botanische Beschreibung:
Bis zu 90 cm hoher, kahler Pflanzenstengel. Der holzig verdickte Wurzelstock treibt vierkantige, höchstens im oberen Teil verzweigte, aufrechte oder aufsteigende Stengel. Die Pflanze vermehrt sich vorwiegend durch oberirdisch kriechende Ausläufer. Die oft rötlich überlaufenen Sprosse sind meist fast kahl und glänzend oder zerstreut behaart. Die tiefgrünen, gegenständigen Laubblätter sind schmaleiförmig bis lanzettlich, spitz und gestielt. Sie haben einen scharf gesägten Rand und 5 bis 8 Paar Seitennerven. Die gestielten, lilafarbenen Blüten stehen zahlreich in den Achseln von Tragblättern und bilden dichte oder am Grund unterbrochene meist rispiggehäufte, 3 bis 7 cm lange Scheinähren. Der glockige Kelch ist 2 mm lang, gleichmäßig fünfzähnig und schwach zweilippig. Die vierlappige, kaum lippige Krone ist deutlich länger als der Kelch. Die Früchte bestehen aus je 4 eiförmigen, einsamigen Nüßchen.
Blüte- und Sammelzeit / wirksame Bestandteile:
Medizinisch verwendet werden das aus den blühenden, oberirdischen Teilen gewonnen ätherischen Öl, und die frischen und getrockneten Blätter und blühenden Zweigspitzen, die in der Blütezeit von Juni bis September zu sammeln sind.
(Medizinische) Eigenschaften:
antiseptisch (antibakteriell), krampflösend, schmerzstillend, galletreibend, stärkend, stimulierend, anregend, verdauungsfördernd, durststillend, beruhigend, in hohen Dosen aphrodisierend
Ihren starken Geruch und scharfen Geschmack verdankt sie einer öligen, antiseptisch (antibakteriell) wirkenden Substanz. Sie wird für die Herstellung von Likör und Zuckerwaren verwendet und kommt vielfach in Form ihres ätherischen Öles in der Aromatherapie zum Einsatz.
Anwendungsgebiete:
Innerlich: Bei Nervosität, Schmerzen, krampfartigem Husten, Kopfschmerz und Migräne, Verdauungsschwäche, Magen-Darmkrämpfen und Blähungen, bei Schwindel, hartnäckigem nervösen Erbrechen und Schwangerschaftserbrechen, bei schlechtem Atem,
äußerlich: das ätherischen Öl in einem fetten Öl (z.B. Jojobaöl) für Einreibungen, um zu stimulieren, bei rheumatischen Beschwerden und Schmerzen
Inhalation: das ätherischen Pfefferminzöl für die Wasserdampfinhalation oder einfach ein paar Tropfen auf das Taschentuch.
Dosierung :
Aufguß: 3 Gramm der Blätter und Blütenspitzen mit 250ml siedendem Wasser übergießen, abdecken, 20 min ziehen lassen, abgießen und 2-3 Tassen täglich nach den Mahlzeiten trinken
Literatur:
Das kleine Heilpflanzenbuch von Tommaso Palamidessi u.a.





