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Walnuss – Juglans Regia L.

Geschichte:

Es wird erzählt, das die Menschen im „Goldenen Zeitalter“ auf Eichen und die Götter auf Walnussbäumen lebten. Nach dem berühmten griechischen Arzt des 1. Jahrhunderts, Pedanios Dioskurides, sind die Nüsse ein Bestanteil eines Gegenmittels gegen Pfeilgift, vertreiben Bandwürmer und heilen Hundebisse. Der englische Botaniker Nicholas Culpeper (17. Jh) zitiert ein Rezept von Mithridates gegen „jede Art von Gift und Seuche“, das Walnuss enthält. Außerdem empfiehlt er es als Haartonikum. Die Römer brachten den Walnussbaum nach Deutschland. Er ist im „Capitulae“ Karls des Großen aufgeführt. Lonicerus beschreibt die Nussblätter und –schalen als den Blutfluss stoppend und entzündungshemmend. Matthiolus (16. Jh.) sieht in der Walnuss ein Vorbeugungsmittel gegen die Pest und ein Gurgelmittel bei Halsgeschwüren. Johann Gottfried Rademacher 1772–1850) behandelte u. a. chronische Weichteil- und Gelenk- sowie Knochenschwellungen und Karies mit einem Auszug aus Blättern und Nussschalen. Auch in der Veterinärmedizin wurde die Walnuss eingesetzt.

Walnussbäume können bis zu 300 Jahre alt werden. Das Holz wurde oft für die Herstellung von Schränken verwendet. Die grünen Schalen ergeben einen gelben Farbstoff und die Blätter ein sattes Braun. In Mittel- und Nordeuropa wurden zur Ölgewinnung schon recht früh Walnüsse zusammen mit Bucheckern verwendet.  Die Walnuss gehört wegen ihres hohen Gehaltes an Eiweißstoffen, Kohlenhydraten, Mineralsalzen und den Vitaminen A, B1, B2, B5 und PP zu den nahrhaftesten unter den Trockenfrüchten. Medizinisch verwendet werden die Blätter und die grünen Fruchtschalen.


Umgangssprachlicher Name:

Welsche Nuss


Pflanzenfamilie:

Walnussgewächse (Juglandaceae)


Botanische Beschreibung

Der Walnussbaum ist ein 10 bis 25 m hoch wachsender Baum, dessen unpaarig gefiederten Blätter nach dem Austrieb zunächst rötlich, später grün gefärbt sind. Die männlichen Blüten hängen in langen, grünen Kätzchen, die weiblichen sitzen zu zweit oder zu dritt an den Zweigenden. Die Früchte sind von einer grünen, später braunen, fleischigen Schale umgeben und zählen botanisch gesehen nicht zu den Nüssen, sondern zu den Steinfrüchten.


Herkunft:

Südosteuropa, Kleinasien


Standort:

vielfach kultiviert


Wirkstoff/Droge:

Walnussblätter und die grüne Fruchtschale


Medizinische Eigenschaften:
Walnussblätter gehören zu den Gerbstoffdrogen (wirken adstringierend = zusammenziehend) und werden überall dort eingesetzt, wo es darum geht, entzündete Schleimhäute zu behandeln.


Anwendungsgebiete:

Innerlich: die Blätter bei Durchfällen, entzündeter Magenschleimhaut, Entzündungen im Mund, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Vergiftungen, der hohe Gehalt von bis zu 66% an mehrfach ungesättigten Fettsäuren wirkt günstig auf Herz und Kreislauf und regulierend auf den Cholesterinspiegel

Äußere Anwendung: chronischen Ekzeme (Hauterkrankungen), eitrige Hautentzündungen, Lidrandentzündungen, Akne, Frostschäden, bei Haarausfall und Schuppen


Dosierung:

Innerlich: 2g Blätter mit 100ml siedendem Wasser übergießen. 25min. ziehen lassen. Abseihen. 2-3 kleine Tassen/Tag trinken.
Äußerlich: Umschläge und Teilbäder: 2 bis 3 Teelöffel zerkleinerte, getrocknete Walnussblätter (etwa 2 bis 3 g) werden mit 100 ml kaltem Wasser angesetzt, zum Sieden erhitzt und nach 15 Minuten abgeseiht und nach dem Abkühlen für Umschläge oder Teilbäder benutzt. Die Anwendung ist ein bis zweimal täglich möglich.
Frucht: Zur Unterstützung einer Cholesterol senkenden Diät 8 bis 11 Walnusskerne täglich.Öl: Walnussöl eignet sich sehr gut als Salatöl, sollte aber nicht zum Braten oder Kochen verwendet werden.


Die Angaben und Rezepte stammen überwiegend aus dem "Kleinen Heilpflanzenbuch", dem 44. Heft aus der Archeosophischen Schriftenreihe von Tommaso Palamidessi